Kapitalismus, auch in der Bildung

(Auszug aus der Medienmitteilung vom 20.Mai 2020)

Die Stadt Zofingen soll Alleinaktionärin bleiben
Mit der Überführung des Bereichs Weiterbildung von einer öffentlich-rechtlichen Bildungsinstitution in eine eigenständige Aktiengesellschaft will der Stadtrat den dazu nötigen Handlungsspielraum schaffen, ähnlich wie dies vor einigen Jahren bereits mit der StWZ Energie AG erfolgreich umgesetzt wurde. Zur Sicherung der Kontrolle der Stadt über die künftige Aktiengesellschaft wird die Stadt Alleinaktionärin bleiben, den Verwaltungsrat der Gesellschaft bestimmen und selber mit mindestens einer Person im Verwaltungsrat Einsitz nehmen. Die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrates sollen mit externen Fachpersonen besetzt werden.

 

Ehrgeiziger Terminplan

Stimmt der Einwohnerrat am 22. Juni 2020 der neuen Rechtsform zu, will die Weiterbildung Zofingen ab August 2020 als Aktiengesellschaft die operative Tätigkeit aufnehmen.

 

Da soll also wieder ein, bis jetzt öffentlicher Bereich, der demokratischen Mitwirkung entzogen werden. Dieser Schritt ist gefährlich, denn es könnte ein weiterer Schritt sein in Richtung Privatisierung der Bildung. Weiterbildung suggeriert freiwilliges Tun zur persönlichen Verbesserung von beruflichen Chancen. Dies wird immer weniger der Fall sein, vielmehr werden die Fachkräfte mit Anforderungen konfrontiert, die ein lebenslanges Lernen voraussetzt. Die Erlangung der notwendigen Kompetenzen soll jedoch nicht von ein paar Wenigen organisiert werden, dazu ist die öffentliche Diskussion gefragt. Alle sollen Zugang haben zur Bildung. Die kapitalistischen Denkmuster dürfen nicht darüber entscheiden, wer, wo, welche Chancen bekommt.  Bildung ist ein öffentliches Gut das nicht mit Schlagworten wie Markt, Opportinuitäten, Autonomie, Flexibilität, Koorperationen, Marktveränderungen umgekrempelt werden muss. Das braucht es nicht.