Jahresbericht 2016

Jahresbericht des Präsidiums, Vorstandstätigkeiten

Ein ruhiges Parteijahr liegt hinter uns. Nach der GV im Brunnenhof traf sich der Vorstand im Mai ein erstes Mal als reines Männergremium. In der Zwischenzeit hatten Präsident und Kassier die Akten und das Archiv bei Elisabeth Gisler abgeholt, gesichtet und aufgeteilt. Rund 8 (!) Meter SP-Ordner  aus Brittnau und Zofingen sind nun auf zwei Standorte verteilt und werden weiter gehütet.

Ab der zweiten Vorstandssitzung wurden wir erfreulicherweise ergänzt durch Vreni Schmid. Somit war die reine Männerherrschaft von kurzer Dauer und konnte keinen Schaden anrichten. Insgesamt traf sich der Vorstand im Parteijahr 2016 zu 6 Sitzungen. Dabei haben wir zwei Parteiversammlungen organisiert, verschoben und neu aufgegleist. Die ursprünglich auf Ende April geplante Versammlung mussten wir ausfallen lassen, weil die gewünschte Referentin terminlich andere Verpflichtungen eingehen musste.

Als Ersatztermin liess sich der 23. August finden. Rainer Frösch vom Regionalverband informierte über die Verkehrsplanung in der Region und das Agglomerationsprogramm des Bundes. Rolf Walser aus Aarburg stellte uns sein Städtli vor und zeigte dabei auf, wie dort die Planung gestaltet wird. Am Beispiel des Masterplans Aarburg Nord zeigte er die konsequent Umsetzung auf: Gemeinde und Investoren gestalten die verfügbaren Flächen und Gebäude in einen Gesamtplan, der auch die Verkehrsverbindungen beinhaltet.

Am 7. November führten wir eine zweite Parteiversammlung unter dem Titel «Familienergänzende Tagesstrukturen in Zofingen» durch. Stadtrat Gresch stellte uns das neue Subventionsmodell der Kitas und der schulergänzenden Tagesstrukturen vor. Nach Jahren des Rückstands und der Ungleichbehandlung bekommt Zofingen nun ein faires Organisations- und Finanzierungsmodell. Als Ehrengast hatten wir Yvonne Feri eingladen. Nebst ihren Zielen für den zweiten Wahlgang der Regierungsratswahlen ergänzte sie mit Erfahrungen aus Wettingen die Ausführungen Greschs. Nach einer intensiven Diskussion zu vielen konkreten Fragen konnte sich die SP-Parteibasis hinter das vorgeschlagene Modell zu familienergänzenden Tagesstrukturen stellen.

Der traditionelle Chlaushock fand am 3. Dezember in der Uerkner Waldhütte statt. Unser Ehrengast weilte jedoch in Thun am Zukuntsparteitag der SP Schweiz. Dies tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch und so erhielten die herrlichen Pastetli aus der Küche von Jeannette und Markus Bäni ihren wohlverdienten Ehrenplatz.

2017 ist ein Wahljahr. Um alle vier Jahre ein solches finanziell bestreiten zu können, arbeitet die SP jeweils am Bio-Marché als Abfalltruppe. Klar, es gibt schönere Arbeiten, aber bestimmt kaum einfachere Möglichkeiten die Parteikasse zu füllen – ausser man hat einen Onkel in Herrliberg. Dieses Jahr hatten wir extrem Mühe, genügend Helferinnen und Helfer zu finden und mussten «Personal» aus anderen Quellen rekrutieren. Glücklicherweise hatte diese Massnahme im 2016 noch keine finanziellen Auswirkungen. Wir hoffen, die Liste fürs kommende Jahr wieder lückenlos füllen zu können. Ein Mitmachen beim Bio-Marché lohnt sich allemal: Alle, welche schon einmal im Loohof das Helferessen genossen haben können dies bezeugen.

Was lief nebst Parteiversammlungen, Chlaushock und Bio-Marché noch im vergangenen Jahr?

2016 war ein Wahljahr. Bezirksbehörden, Parlament und Regierung des Kantons wurden neu bestellt. Die SP Zofingen-Uerkheim-Brittnau hat sich dabei sehr erfolgreich geschlagen: Mit Peter Wullschleger stellen wir weiterhin einen Gerichtspräsidenten und Marcello Biondo ist einer der beiden SP-Bezirksrichter im 6-köpfigen Bezirksgericht.

Besonders erfolgreich war die SP im ganzen Kanton bei den Grossratswahlen. So konnten wir im Bezirk den vor vier Jahren verlorenen Sitz wieder zurückgewinnen. Besetzt wird dieser nun von Rahela Syed. Mit Viviane Hösli und Manfred Dubach kommen auch die anderen beiden SP-Ratsmitglieder aus Zofingen. Mit Michael Wacker (5. Platz) und Nadine Sterchi (6. Platz) kamen weitere Kandidierende aus unserer Sektion in die vorderen Ränge. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass im Bezirk Zofingen alle Mitglieder des Grossen Rates, ausser denjenigen der SVP-Fraktion aus Zofingen kommen. Über die Gründe dazu darf spekuliert werden.
Anfang 2016 lag das Agglomerationsprogramm der 3. Generation zur öffentlichen Mitwirkung auf. Die SP Zofingen-Uerkheim-Brittnau hat in ihrer Stellungnahme dazu darauf hingewiesen, dass das Vorziehen des Baus einer Bahnunterführung an der Aarburgerstrasse unnötig ist und andere verkehrsplanerische Massnnahmen wie sicherere Veloverbindungen notwendiger seien.

Momentan, im Februar 2017, befindet sich die Revision der Zofinger BNO im öffentlichen Mitwirkungsverfahren. Sollen in Zofingen zukünftig 40 Meter hohe Bauten zulässig sein? Sollen an der Wuhrmattstrasse oder am Napfweg, also in der Wohnzone W3 unter bestimmten Bedingungen zwei zusätzliche Vollgeschosse möglich sein? Bis am 3. März müssen wir darauf Antworten finden und der Stadt einreichen. Die Frist der öffentlichen Mitwirkung läuft dann ab.
Ach ja, und dann war da noch die unsägliche Parkhausinitiative. Das Abstimmungsresultat war glücklicherweise so vernichtend, dass Diskussionen um Gratisparkdauern nun wohl endgültig beendet sind.

2017 wird ein Wahljahr. Beruhigend für die SP ist, dass wir wenige Rücktritte zu beklagen haben. Beunruhigend ist, dass  die Suche nach Kandidaturen immer schwieriger wird. Wir sind gefordert, Personen zu finden, die sich für eine Partei und für ein politisches Amt begeistern können. An den Themen kann es nicht liegen, genügend interessante Diskussionen und Projekte sind am laufen. Auch in den nächsten Jahren wird in Zofingen Wohnraum gebaut werden was das Zeug hält. Ob dann die Schulhäuser, welche wir jetzt zu bauen beginnen oder planen ausreichen? In den letzten Jahren hat Zofingen immer mehr Verwaltungsaufgaben anderer Gemeinden übernommen. Fusionen wurden jedoch abgelehnt. Ob sich mit dem neuen Finanzausgleich da etwas ändert? Der Verein Stadt Region Zofingen hat sich aufgelöst, die Fusionsbemühungen von dieser Seite sind gescheitert. Übrig bleibt als Vermächtnis die Mittellandarena. Brauchen wir in Zofingen ein solches Leuchtturmprojekt tatsächlich?

Michael Wacker, Präsident


Aus dem Stadtrat

(H) Hoi Rahela - wir müssen für den Jahresbericht der SP noch unseren Beitrag „Aus dem Stadtrat“ abliefern. Was sollen wir bloss schreiben - das Jahr war ja so schnell vorbei.

(R) Hoi Hämu, ja, stimmt, mal überlegen. Was haben wir in diesem Jahr alles angestellt? Fangen wir doch bei dir an. Wie ist es bei dir gelaufen? Es war ja ein ziemlich turbulentes Jahr mit Hochs und Tiefs.

(H) Für mich hat es schon paar Highlights gegeben, aber auch paar schwierige Momente. Mein absolutes Top-Ereignis war natürlich der Abstimmungssonntag vom 5. Juni. Die Zofinger Bevölkerung hat mit über 83% Ja gesagt zu meinem neuen Schulhaus im BZZ-Areal.
Ebenso gefreut hat mich die Schlussrechnung vom Neubau Brunnenhof: die Kreditunterschreitung von CHF 1,66 Mio. oder 5,3% (teuerungsbereinigt) kommt letztlich den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenzentrums zu Gute. Und beim Umbau Rosenberg haben wir ab dem Spatenstich im Januar 2016 die ganzen Rohbauarbeiten bis Ende Jahr hingekriegt - ja, wir haben geplant und gebaut wie verrückt. Übrigens zum Rosenberg: Wie läuft die Vermietung der Wohnungen?

(R) Nun sind wir im Februar 2017, 8 Monate vor dem Einzug, und wir haben alle Wohnungen vergeben. Die neuen Mieterinnen und Mieter sind ungeduldig, gerne möchten sie die Wohnungen heute schon besichtigen. Aber der Innenausbau ist in vollem Gang und deswegen braucht es noch etwas Geduld. Vor dem Einzug gibt es für die Mitarbeitenden des Seniorenzentrums noch viel zu organisieren und zu planen.
Zurück zum letzten Jahr: Seit April haben wir eine neue Stadtschreiberin: Cornelia Zürcher, die vorher im Bereich Soziales gearbeitet hat. Sie hat sich sehr schnell und sehr gut in ihr neues Amt eingearbeitet.


(H) Und weisst du noch im Mai das Fest zum 100 Jahr-Jubiläum der StWZ: Die Unterhaltungsshow war so lustig – ich hatte Bauchweh vor Lachen. Im Juni hat der Einwohnerrat den Kredit für den Ausbau des obersten Teils der Mühlethalstrasse mit überwältigendem Mehr bewilligt. Dein Arbeitsweg wird ganz schön komfortabel! Auch cool war im Juli der Besuch am Kinderfest Lenzburg. Welches Kinderfest gefällt dir jetzt besser, Lenzburg oder Zofingen?

(R) Ehrlich gesagt, unseres natürlich. Aber auch das Lenzburger Kinderfest ist imposant und einfach etwas ganz anderes als das unsrige. Als Zuschauerin und Zuschauer wandert man doch ziemlich im Raum Lenzburg herum. Zurück zu unserem Kinderfest. Die ganze Woche haben die Schülerinnen und Schüler geübt und vorbereitet für den grossen Tag - die Kadettinnen und Kadetten, die Fahnenmalerinnen und Fahnenmaler und die Tänzerinnen. Ich habe alle besucht und mich überzeugen lassen, wie fleissig und motiviert gearbeitet wurde. Aber zuerst muss ich noch den legendären Fussballmatch der Schüler gegen die Lehrpersonen am Vorabend des Kinderfests erwähnen. Nach vielen Jahren der Niederlage, konnten die Schüler ihre Lehrpersonen endlich wieder einmal besiegen. Das 4:1 ist ein sehr gutes Resultat. Die Freude bei den Kindern war gross, bei mir auch, mein Sohn war ebenfalls Teil des Teams. ;-) Lukas Fankhauser und ich haben für die Schüler das Feld etwas vergrössern lassen, damit sich die Spieler gut verteilen, den Ball so besser laufen lassen konnten und die Lehrpersonen mehr rennen mussten. Aber genug Fussball. Einen Wehrmutstropfen gabs am Zapfenstreich, das Konzert mussten wir absagen, weil sich fast auf Glockenschlag 20 Uhr die Wolken genau über Zofingen leerten. Das Üben war aber nicht vergeblich. Im Herbst wurde das Konzert im Stadtsaal wiederholt. Mehr Wetterglück hatten wir am Kinderfest. Es war von morgens bis abends ein wunderbar sonniger Tag. So konnten wir zur Freude aller, das Fest auf dem Heitern feiern.

Mir kommt noch viel in den Sinn aus meinem Ressort. Aber mach du doch mal weiter. Was erzählst du noch? Dein Bereichsleiter, Emanuele Soldati, hat Zofingen verlassen.


(H) Ja, die ganze Kritik an der Bauverwaltung und an seiner Person hat auch mir schwer zu schaffen gemacht. Dabei hat er Vieles geleistet – und eigentlich im Bereich Hochbau in Zofingen das 21. Jahrhundert eingeführt. Ja, die September-Einwohnerratssitzung war ein Tiefpunkt. In der Oktober- und Novembersitzung hat mir der Einwohnerrat wieder besser gefallen. Die unsägliche Gratisparkierinitiative hat er klar abgelehnt und das Budget nach einer nur halbstündigen Debatte gutgeheissen – Aarau, Baden und andere Städte hatten Ende Jahr noch kein bewilligtes Budget. Und auf die Einführung der Betreuungsgutscheine in der Novembersitzung können wir echt stolz sein. Wir sind die ersten im Aargau, die die Subventionierung der Kitas und die schulergänzenden Tagesstrukturen sauber aufgegleist haben.
Und du bist im Herbst in den Grossen Rat gewählt worden. Für mich war das keine Überraschung. Hast du dann noch Zeit für und Interesse an der Zofinger Politik?

(R) Ja, sicher, du weisst, mein Herz schlägt für Zofingen. Die Arbeit im Stadtrat gefällt mir sehr gut, nicht zuletzt, weil wir Sitznachbarn sind.

(H) Mit der Alterskommission hast du schon mal ein Ausrufezeichen gesetzt! Wie läuft es da?

(R) Endlich haben wir in Zofingen auch eine Alterskommission einsetzen können. 18 Personen haben sich bereit erklärt, sich für das Alter und das generationenübergreifende Leben in Zofingen zu engagieren. Zwei Anlässe, die sehr gut angelaufen sind, möchte ich besonders erwähnen: Das Aktualitätencafé in der Stadtbibliothek, in dem Themen wie „Entschuldigung darf ich alt sein?“ oder „Ferien-Lust – Ferien-Frust“ diskutiert werden, und das Erzählcafé im Restaurant Brunnenhof, in dem ein Überraschungsgast über sein Leben erzählt. Die Anlässe sind offen für alle und sind sehr gut besucht.
Nun gibt es aber nicht nur unsere Ressorts. Auch in den anderen Bereichen ist viel gelaufen. Die Stadt ist vorwärts gekommen.


(H) Unter dem Strich war es für die Stadt ein wichtiges und gutes Jahr. Wir machen wieder einen sehr guten Rechnungsabschluss – das tut gut im Hinblick auf die grossen Investitionen, die wir in den nächsten Jahren noch stemmen wollen (und sollen). In der Siedlungsentwicklung kommt eine Aufbruchstimmung in Richtung Qualität auf (Falkeisenmatte, Swissprinters usw.). Der Bereich Kultur entwickelt sich erfreulich: cooles Programm bei Musik und Theater, das Kunsthaus ist weit über die Region hinaus eine Trouvaille geworden und das OXIL hat sich toll etabliert. Und mit unserem Umgang mit dem Thema Asyl hat Zofingen einfach Stil bewiesen – Willi Wacker allen voran. Natürlich gibt es noch viel zu tun (z.B. regionale Zusammenarbeit, Altstadtentwicklung usw.) – packen wir‘s an. Ich hoffe natürlich, dass du nochmal eine Legislatur mitmachst.

(R) Ich habe vor, mich – hoffentlich zusammen mit dir – noch einmal zur Wahl zu stellen. Und du, hast du ähnliche Pläne? Können S&P wieder zusammen antreten?

(H) Super! Dann mache ich auch wieder mit: S&P für die SP!

Rahela Syed und Hans-Martin Plüss


Aus der Fraktion

Im Berichtsjahr behandelte der Einwohnerrat 35 Geschäfte, davon 10 parlamentarische Vorstösse, 6 Einbürgerungsgesuche, 4,5 Vorlagen aus dem Bereich der Abwasserbeseitigung und 3,5 Strassenbauten (inkl. Kreisel).
Speziell erwähnenswert erscheinen folgende Geschäfte:

Der Neubau Quartierschulhaus reiht sich in eine stetig länger werdende Kette von Investitionen ein. Das Stimmvolk hat dem Kredit über knapp 18 Millionen mit grossem Mehr zugestimmt (Netto kostet der Bau rund 10 Mio., da das bestehende Quartierschulhaus mit der HPS in den Besitz des Kantons übergeht). Die Beratung im Rat war kurz. Lediglich die Grösse des Kellers (!) gab zu längeren Diskussionen Anlass. Bei diesem Geschäft haben wir uns von Anfang an für eine optimale Anzahl Schulräume mit der Möglichkeit zur Einführung einer Tagesschule eingesetzt. Leider konnten wir uns nicht in allen Punkten durchsetzen.

Der Einwohnerrat bewilligte u.a. auch einen Vertrag der Gemeinde Uerkheim mit der Stadt Zofingen über die Zusammenarbeit im Kindes- und Erwachsenenschutz. Erstaunlich ist bei allen Anfragen zur Zusammenarbeit der Umstand, dass die Gemeinden grundsätzlich eine ablehnende Haltung gegenüber Fusionen zeigen, obwohl die jeweiligen Verwaltungen bestimmten Aufgaben alleine offenbar nicht mehr gerecht werden können. Die Fraktion unterstützte diese Zusammenarbeit unter dem Vorbehalt, dass die Stadt für die geleisteten Dienste entsprechend (d.h. zu Vollkosten) entschädigt wird.

Der Kredit für die Sanierung Henzmannstrasse mit Einführung von Tempo 30 wurde bereits im Vorfeld der Einwohnerratssitzung kontrovers diskutiert. Obwohl der Stadtrat in eigener Kompetenz auf den gemeindeeigenen Strassen Tempo 30 einführen kann, verknüpfte er diese Idee unverständlicherweise mit dem Kredit für die Sanierung. Als sich in der Beratung zeigte, dass sich bei Tempo 30 die FDP und die SVP ihrer Freiheit beraubt sähen und eine Mehrheit für die Vorlage unsicher wäre, zog der Stadtrat das Geschäft noch vor der Abstimmung zurück. Obwohl sich Zofingen als „modern“ versteht, fällt der „homo zofingius“ beim Thema Verkehrsfragen offensichtlich in längst vergangene Tage zurück. Unsere Fraktion wird sich dagegen weiterhin für eine nachhaltige Verkehrspolitik einsetzen, die auch die Interessen der Anwohner und des Langsamverkehrs berücksichtigt.

Die 2h-Gratisparkier-Initiative kam im Einwohnerrat unter die „Räder“ und wurde ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen. Wenig erstaunlich war dabei der Umstand, dass die SVP die Initiative unterstützte. Fragwürdiger war dagegen die Rolle der FDP, welche tief in die Trickkiste greifen musste, damit der Widerspruch zwischen ihrer Unterstützung für dieses Vorhaben und der eigenen Ideologie nicht allzu offensichtlich zu Tage trat. Von der SP engagierte sich Christian Nöthiger an vorderster Front gegen die Initiative und legte sich mit dem schwer fassbaren Sprachrohr von PIAZZA an. Das Abstimmungsresultat vom Februar 2017 lässt nun keine Zweifel mehr offen und macht deutlich, dass mindestens in den Köpfen der Stimmbevölkerung der Sinneswandel stattgefunden hat. Es bleibt also zu hoffen, dass der „homo zofingius“ doch lernfähiger ist als angenommen.

Eine Frage, welche nicht geklärt ist und uns noch länger beschäftigen wird, ist die Finanzfrage. Im langjährigen Investitionsplan der Stadt Zofingen finden sich Investitionen in der Höhe von 88 Millionen. Diese Investitionen können nicht vollständig selbst finanziert werden. Der Stadtrat plant einerseits den Verkauf von strategisch erstandenen Parzellen und strebt andererseits eine Selbstfinanzierung von jährlich 5,5 Mio. Franken an. Die entstehende Finanzierungslücke soll durch Bankschulden gestopft werden. Sie SP Fraktion ist mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und verlangt, dass entweder die Selbstfinanzierung steigt (durch höhere Steuereinnahmen) oder fallweise ein projektbezogener Steuerzuschlag geprüft wird.

Marcel Thueler-Uhr, Fraktionspräsident


Jahresbericht der Schulpflege

Die Schulpflege hat im Berichtsjahr anlässlich von 14 Sitzungen 181 Geschäfte behandelt.

Schwerpunkt für die Schulführung war die Externe Schulevaluation ESE, welche im November durch ein Team der FHNW vor Ort in Zofingen durchgeführt wurde. Mit Freude hat die Schulpflege davon Kenntnis genommen, dass die Schule Zofingen sowohl als Gesamtschule, wie auch jede Schuleinheit für sich selbst durchgehend mit grünen Ampeln beurteilt wurde.

Auch die 4 Kernaussagen des Evaluationsteams zum Profil der schulinternen Entwicklungsprozesse sind sehr erfreulich ausgefallen. Das ICT Projekt der Schule Zofingen wird gar als Projekt mit Vorzeigecharakter bezeichnet. Dies zeigt, dass die Investitionen in diesem Bereich zielgerichtet eingesetzt werden, und dass Zofingen mit dem ICT Projekt Schule auf dem richtigen Weg ist.
 
Auf Beginn des Schuljahres 2016/2017 nahm die 11. Kindergartenabteilung als „Kindergarten Natur und Bewegung 2“ ihren Betrieb auf. Für das erste Schuljahr ist diese Abteilung an der Rebbergstrasse 2 untergebracht. Bis zur Betriebsaufnahme der Tagesstrukturen auf Schuljahresbeginn 2017/2018 wird für diese Abteilung ein definitiver Standort gefunden sein müssen.
Während der Baubeginn des dringend benötigten Schulraumes im Raum BZZ kurz bevorsteht, befasste sich die Schulpflege zusammen mit dem Stadtrat bereits mit zusätzlich benötigtem Schulraum in Mühlethal und im Raum GMS/Bez. Der Einwohnerrat wird sich im Verlaufe des Jahres 2017 mit diesen beiden Bauvorhaben beschäftigen müssen.

Auf den 1. Juli 2016 hat der Kanton die sogenannte Promotionsverordnung in einigen Bereichen modifiziert. Die Schule Zofingen nahm dies zum Anlass, den Übertritt von der Primarschule in die Oberstufe einer Überprüfung zu unterziehen. In einer Projektgruppe erarbeiteten Mitglieder der Schulpflege und Schulleitung sowie Lehrpersonen gemeinsam Dokumente, welche künftig mithelfen sollen, den Übertritt für die Schule Zofingen noch einheitlicher zu gestalten. Die neuen Dokumente kommen erstmals für den Übertritt im Sommer 2017 zu Anwendung.

Auch in diesem Jahr sah sich die Volksschule wieder mit einem kantonalen Sparpaket konfrontiert. Dieses wurde auf breiter Front bekämpft. Höhepunkt bildete dabei eine grosse Protestaktion am 8. November 2016 in Aarau. Auch die Schule Zofingen war dabei namhaft vertreten. Erfreulicherweise lehnte der Grosse Rat im Dezember schliesslich weitere Sparmassnahmen im Bereich Bildung ab.
Die HPS Zofingen hat das bestehende Konzept „Unterstützte Kommunikation“ (UK) vollständig überarbeitet und ergänzt. Es geht um die systematische Bemühung, die unzureichende oder fehlende Lautsprache von Lernenden mit schweren Kommunikationsbeeinträchtigungen mit alternativen Kommunikationsmitteln zu ergänzen. Kommunikationshilfen sind beispielsweise Gebärden, Piktogramme oder ein Tablet mit entsprechender App. Mittels UK werden die Lernenden befähigt, sich aktiv an gemeinsamen Tätigkeiten im Schulalltag zu beteiligen. Dadurch erfahren sie Autonomie.
 
Im Zentrum des Projektes Hinschauen & Handeln (H&H) der HPS steht die Früherkennung und Frühintervention. Die Aufgabe besteht darin, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt Massnahmen für eine Stabilisierung und Verbesserung der (Risiko-) Situation zu treffen. Im Leitfaden H&H der HPS Zofingen ist das einheitliche Vorgehen bei Regelverstössen und Auffälligkeiten der Lernenden beschrieben. Durch diese Verbindlichkeit erhalten die Mitarbeitenden die nötige Handlungssicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen.

2016 besuchten 454 Schülerinnen und Schüler den Instrumentalunterricht an der Musikschule Zofingen. 30 Kinder machten im Vorschulangebot Musikspielgarten mit. Ab August besuchten zudem 32 Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe das neue Kinderchor-Angebot „Singing Kids“ und „Little Singing Kids“.

Im Herbst 2017 steht die Erneuerungswahl der Schulpflege an. Christina Gut hat bereits mitgeteilt, dass sie für keine weitere Legislatur zur Verfügung steht. Somit gilt es für die SP, eine geeignete Nachfolgerin oder einen geeigneten Nachfolger zu finden. Tobias Siegrist und Lukas Fankhauser sind mit Elan bereit, eine weitere Legislatur zu bestreiten.

Christina Gut Sjöberg , Tobias Siegrist und Lukas Fankhauser


SP Ortsgruppe Brittnau

Das politische Jahr begann in Brittnau mit einer Referendumsabstimmung. Die Gemeindeversammlung lehnte den Kredit von Fr. 250‘000 für die Beschaffung von Containern zur Unterbringung von zugeteilten Asylbewerbern ab. Eine Gruppe von jungen Brittnauerinnen und Brittnauern, unterstützt durch die SP, ergriff das Referendum. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger lehnten in der Volksabstimmung das Anliegen ebenfalls knapp ab. Den 900 Befürwortern standen 1036 Gegner gegenüber. Zwischen Eingabe der Referendumsunterschriften und der Abstimmung konnte die Gemeinde eine bessere Lösung als die Container finden, sodass die Abstimmung einem Stimmungstest im Dorfe entsprach.
2016 war auch ein wichtiges Wahljahr, unsere langjährige Bezirksschulrats-Präsidentin Brigitte Koch-Flückiger demissionierte, sie war seit 2002 Mitglied und seit 2004 deren Präsidentin, während 14 Jahren zeigte sie 100% Einsatz, und trat auch immer 100% für den Erhalt des Bezirksschulrates ein, Herzlichen Dank.
Die Regierungs- und Grossrats-Wahlen 2016 unterstützen wir tatkräftig mit der Organisation von 4 Telefonier-Abenden und Plakataufstell-und abräum-Arbeiten. Unsere Gemeinderätin Nadine Sterchi erreichte als B-Kandidatin den 6. Platz auf der 15-köpfigen Grossrats-Liste. Herzliche Gratulation.
Jeweils vor den Gemeindversammlungen führten wir zwei Ortsgruppen-Versammlungen durch. 1917 wurde die SP-Sektion Brittnau gegründet, wir feiern also im kommenden Jahr das 100-jährige Jubiläum. Ein würdiger Festakt ist in Planung.

Martin Fischer