Jahresbericht 1952-53

Ein politisch sehr bewegtes Jahr liegt hinter uns. Selten, oder überhaupt noch nie, seit es eine Eidgenössische und Kantonale Verfassung gibt, wurde der Stimmbürger so oft an die Urne gerufen um seinen Entscheid zu f ällen . Wir lassen die Abstimmungen noch einmal kurz Revue passieren.

2. März 1952
Tuberkulosegesetz vom Aargauervolk mit grossem Mehr angenommen, während die Vorlage über die Errichtung einer Kantonsbibliothek verworfen wird.

30. März 1952
Die Eidgenössische Vorlage über das Landwirtschaftsgesetz vom Schweizervolk angenommen.
Kantonale Abstimmung über die berufliche Ausbildung und der Ausbau der Land- und Ortsverbindungsstrassen. Angenommen.

20. April 1952
Abstimmung über die Initiative der PdA betreffend die Warenumsatzsteuer. Vom Schweizervolk wuchtig verworfen. 128,000 Ja gegen 550,000 Nein.

18 . Mai 1952
Als Achtungserfolg für die Sozialdemokratische Partei darf die Abstimmung über die Sozialistische Friedensopfer-Initiative gebucht werden. Verworfen mit 328,000 Ja gegen 421,000 Nein.

6. Juli 1952
Eidgenössische Vorlage über die Rüstungsfinanzierung ebenfalls verworfen.
Kantonale Vorlage über die Festsetzung der Zahl des Grossen Rates (200 Mitglieder ) vom Aargauervol k angenommen.

5. Oktober 1952
Schöner Erfolg von Gewerkschaft und Partei, indem die Tabakvorlage mit grossem Mehr angenommen wird, während die Vorlage für die Errichtung von Luftschutzbauten wuchtig verworfen wird .
Kantonal musste über das Einführungsgesetz für die Arbeitslosenversicherung und die Arbeitsvermittlung abgestimmt werden. Beide Gesetze werden gutgeheissen.

23. November 1952
Zwei sehr wichtige, Eidgenössische Vorlagen über die befristete Weiterführung der Preiskontrolle und die Getreideordnung werden vom Schweizervolk ebenfalls angenommen nicht ohne einen zum Teil heftig geführten Kampf seitens der Gewerkschaften und der Partei.

14. Dezember 1952
Kantonale Doppelvorlage über die Ausrichtung von Teuerungszulagen an Rentenbezüger und Errichtung von Landwirtschaftlichen Berufsschulen. Die Ausrichtung von Teuerungszulagen wurde verworfen, während der Errichtung von Berufsschulen, trotz der hohen Baukosten, wider Erwarten zugestimmt wurde.

25. Januar 1953
Gesamterneuerungswahl des Aargauischen Regierungsrates. Diese verliefen kampflos weil sich sämtliche Parteien zu einer einheitlichen Liste entschlossen. Zu vermerken ist, dass Genosse Dr. Rudolf Siegrist die höchste Stimmenzahl erzielte.

22. März 1953
Die Grossratswahlen ergaben einen weiteren Zuwachs von Listenstimmen für die Soz. Dem. Partei im Bezirk und Kanton. Kantonal konnten 3 weitere Mandate erobert werden so dass unsere Fraktion inskünftig mit 65 Mann im Grossen Rat vertreten sein wird. Im Bezirk Zofingen bleibt es leider bei der bisherigen Vertreterzahl von elf Mann.

Was das Parteileben anbelangt hätte dasselbe noch mehr pulsieren dürfen. Immerhin wurden 7 Vorstandssitzungen und 7 Parteiversammlungen abgehalten.

Beschickt wurden die vier abgehaltenen Kantonalen Parteitage und 3 Bezirksdelegiertenversammlungen.

Ferner liefen zwei Unterschriftensammlungen. Eine von der Soz. Dem. Partei des Kt. Aargau lancierte Initiative für die Ausrichtung von zusätzlichen Altersrenten und das Referendum gegen die Errichtung von Luftschutzbauten .

An Stelle des zum Gemeinderat gewählten Genossen Scheidegger, wurde Genosse Ernst Hunziker in den Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde Zofingen gewählt.

Von Schnitter Tod abberufen wurde, Genosse Gottfried Schwarz, ein langjähriges und treues Parteimitglied. Ehre seinem Andenken.

Der durchschnittliche Versammlungsbesuch darf als gut bezeichnet werden ebenso das Verhältnis im Parteivorstand.

Abschliessend möchte ich allen Genossen im Vorstand und in der Partei, meinen besten Dank abstatten, die mitgeholfen haben durch uneigennützige Tätigkeit das Parteischifflein zu lenken. Das laufende Jahr bringt uns weitere Aufgaben, die wir vereint und nach besten Kräften lösen wollen im Dienste unserer guten Sache und zum Wohle des arbeitenden Volkes. Dazu bedarf es aber der vermehrten Mithilfe aller Genossen.

Zofingen, im März 1953

sig. A. Giger