Jahresbericht 2011

Liebe Parteimitglieder

Ein in Zofingen politisch ruhiges Jahr 2011 liegt hinter uns. Das Sommerloch in der Presse wurde im Jahr 2011 nicht durch Diskussionen ums Rainli gefüllt, sondern war mit einem Naturereignis befrachtet. Mitten in den Sommerferien wurde die Stadt Zofingen von einem heftigen Sturmereignis getroffen. Ohne Vorankündigung fegte in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli ein heftiger Orkan über die Region – die Schäden sind uns alle bekannt.

Nicht ohne Vorankündigung werden im Jahr 2012 verschiedene Stürme über Zofingen hinwegfegen. Die ersten drei werden zum Zeitpunkt der Generalversammlung bereits Geschichte sein. Die Abstimmungen in Zofingen zur Blauen Zone und zum Neubau des Seniorenzentrums werden hoffentlich keine Schäden hinterlassen. Bereits Schaden verursacht hat der Sturm in Brittnau. Die an der Gemeindeversammlung abgelehnte Vorlage zur Machbarkeitsabklärung der Gemeindefusion mit Zofingen wird wohl an einer Referendumsabstimmung nochmals zur Diskussion gestellt werden.

Der politische Wetterbericht zeigt noch weitere Gewitterwolken am Horizont: Im Frühling wird der Einwohnerrat über die neue Bau- und Nutzungsordnung zu entscheiden haben. Mit diesem Werk soll die städtische Siedlungsentwicklung für die nächste Generation festgelegt werden. Der Bericht aus dem Stadtrat zeigt es: Zofingen hat keine Landreserven mehr, die Entwicklung weist in Richtung mehr Urbanität. Ob dies alle Parteien so sehen ist offen. Es ist zu hoffen, dass sich diese Gewitterwolken verziehen.

Im Bereich der Finanzen wird es wohl zu einzelnen Stürmen kommen. Vor dem Damoklesschwert einer möglichen Steuerfusserhöhung lotet der Stadtrat momentan sämtliche Möglichkeiten aus, um die laufende Rechung zu optimieren. Auch hier tönen Aki und Hämu es an: Um nicht Sparmassnahmen auf dem Buckel der sozial Schwachen auszutragen, wird die SP gefordert sein.

Zofingen verändert sich, Zofingen entwickelt sich. Die Reise geht in Richtung Urbanität. Diese Reise können wir nicht absagen. Wir können aber mithelfen, diese Reise zu gestalten, Änderungen an der Route vornehmen und mitbestimmen, welche Halte wir einlegen wollen – selbst wenn wir dabei nicht immer erfolgreich sein können. Dies zeigt das Beispiel Schulsozialarbeit in Zofingen.

Um die Gemeinden Zofingen, Brittnau und Uerkheim in eine lebenswerte Zukunft zu führen, braucht es die SP mehr denn je. Dies haben vor allem die Jungen in der Region gemerkt – der Mitgliederzuwachs bei der JUSO spricht eine deutliche Sprache!
 

Aus dem Vorstand
Im Januar 2011 trafen wir uns bereits zum zweiten Mal in Rasa zur Vorstandsklausur. Diesmal bescherte uns das Wetter Sonnenschein und fast frühlingshafte Wärme. Die Gastfreundschaft von Kassier René Hürzeler und seiner Gattin Margrit, zusammen mit dem typischen Tessinerwetter, verbreitete richtig Ferienstimmung. Nichtsdestotrotz führten wir angeregte Diskussionen, besprachen GV wie Jahresprogramm. Peter Wullschleger, Präsident, René Hürzeler, Kassier und Ernst Küng, Gewerkschaften hatten ihren Rücktritt eingereicht. Wir bedauern jeden Rücktritt eines verdienten Vorstandsmitgliedes ausserordentlich. Mit René Hürzeler ist ab GV 11 kein Mitglied aus Uerkheim mehr im Vorstand vertreten. Es gelang uns nicht, eine oder einen geeigneten NachfolgerIn zu finden.

Trotz verschiedener Anfragen und Diskussionen war es uns ebenfalls nicht gelungen – weder ausserhalb noch innerhalb des Vorstandes – eine Nachfolge für Peter Wullschleger als Präsident zu finden. Ob er uns zu grosse Fussstapfen hinterlässt? Wir beschlossen der GV ein Präsidium-Team vorzuschlagen. Die Aufgabenverteilung fand anlässlich der ersten Vorstandssitzung statt.

Mit Christian Nöthiger konnten wir einen versierten Nachfolger für das Amt des Kassiers vorschlagen. Sascha Antenen und Marcel Thühler vervollständigten den Vorstand auf neun Personen.

Nach der etwas besondern GV 2011 im «Alass» in der Zofinger Altstadt trafen wir uns zu insgesamt  6 Vorstandssitzungen. Dank elektronischer Post können wir uns auch zwischendurch immer wieder gegenseitig erschöpfend informieren.
 
Erster Höhepunkt des Parteijahres 2011 war im Raben die Parteiversammlung zum Thema „Energiezukunft Region Zofingen“. Es gelang uns, Paul Marbach, CEO der StWZ, zu einem Referat zu gewinnen. Die Ausführungen waren höchst interessant und Paul Marbach scheute die Fragen nicht. Schade war nur, dass eine zu geringe Mitgliederzahl unserer Einladung folgte. Sind Parteiversammlungen ein alter Zopf? Eigentlich nicht – welches Gefäss eignet sich sonst auf ideale Weise, lokale wie weiter greifende Themen mit der Basis zu diskutieren?

Im Wonnemonat Mai war definitiv Start für den Wahlkampf von Viviane Höslis als AGB-Vertreterin und Sascha Antenen als JUSO-Vertreter in den Nationalrat. Die Wahlen im Oktober brachten schliesslich einen Achtungserfolg für Viviane Hösli und eine sehr gute Erfahrung für Sascha Antenen.

Auch die Maifeier in Zofingen stand bereits im Zeichen der Nationalratswahlen. Viviane Hösli beehrte uns mit einer sehr guten Rede. Auch Max Chopard und Cédric Wermuth fanden treffende Worte am Rednerpult. Die Genossen aus dem Bezirk erschienen zahlreich an diesem wunderschönen Frühlingstag.

Im August fand die Parteiversammlung zum Thema «Spital Zofingen AG wohin?» statt. Auch bei diesem Anlass kamen wir in den Genuss eines sehr guten und engagierten Referats von Erich Schnyder aus Aarburg. Als ehemaliger Sekretär des Verwaltungsrates Spital Zofingen AG war es ihm ein Leichtes, detailliert und in die Tiefe gehend zu informieren. Trotz spärlichem Aufmarsch unserer Basis entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion.
 
Unsere Aargauer Nationalratskandidatinnen und -kandidaten gaben sich im September erneut ein Stelldichein in der Zofinger Markthalle. In Zofingen hatten wir die Einladung dazu an alle NeuzuzügerInnen verschickt. Der Erfolg war null, obwohl ein Gratis Zvieri gewinkt hätte. – Wählen unsere Bürger nach den Föteli auf der Wahlwerbung oder ist das politische Interesse allgemein zu minim?

Schliesslich schlossen wir das Parteijahr im Dezember traditionell mit dem Chlaushock im Waldhaus Uerkheim ab. Gast war diesmal Nöldi Gnädig in Begleitung seiner Gattin.  Auch in diesem Jahr erschienen überdurchschnittlich viele Parteimitglieder und belohnten die sehr interessanten Ausführungen unseres Gastes mit grossem Beifall.

Unglaublich erfreulich entwickelt sich die Zuwachsrate der JUSO. Die jungen Leute tun sich insbeondere als Aktivisten im Unterschriftensammeln äusserst positiv hervor. Braucht es jugendlichen (Über-)Mut um zu seinen Überzeugungen zu stehen und direkt vor den Stimmbürger zu treten?

Vorstand


Aus der Fraktion

«Fordern und gefordert sein»

Das vergangene Einwohnerratsjahr war ein sehr intensives und oft auch turbulentes und hektisches Jahr. Dies hatte sowohl mit der Häufung von  komplexen Geschäften  zu tun als auch mit der Tatsache, dass Umgangston und Klima im Einwohnerrat rauer und giftiger waren als auch schon. Wir elf SP-Einwohnerratsmitglieder waren gefordert und einmal dann auch leicht überfordert. Doch alles der Reihe nach:

Die März-Sitzung war ein harmloser Start ins neue Jahr, zwei Kredite und einige Parlamentarische Vorstösse gaben wenig Anlass zu grossen Diskussionen. Das Fehlen von verhandlungsreifen Geschäften führte zur Absage der geplanten Einwohnerratssitzung vom Mai.

Dies hatte eine umso intensivere Sitzung im Juni zur Folge. Angefangen mit der Jahresrechnung 2010, die in der Sitzung von allen Seiten mit „Halb voll und halb leer ist das Glas, bzw. nach der Saison ist vor der Saison“ umschrieben und halbherzig abgesegnet wurde. Nicht mehr einig waren sich die Fraktionen dann bei den drei Informatik-Vorlagen: Im Raum stand der erste von mehreren (Geschäfts-) Rückweisungsanträgen im vergangenen Einwohnerratsjahr. Die Vorlagen aber  wurden genehmigt und auch ein Kredit für neue Velo-Abstellplätze an der Florastrasse überlebte einen Rückweisungsantrag. Die Solaranlagen auf den Dächern der Unterstände kann man nun vom Bahnhofperron aus bereits bestaunen.

Nach der Sommerpause bewilligte der Einwohnerrat in der Septembersitzung Kredite für Bachwasserleitungen, Strassensanierungen und die Asbestsanierung der Sanitätshilfsstelle Rosenberg. Bei der Diskussion um die Erweiterung der Schulsozialarbeit auf die Primar- und Kindergartenstufe wirkte sich dann die bürgerlich-rechte Haltung der FDP und die einhellig beschrittene Parteilinie der SVP in aller Deutlichkeit aus: Die von SP-Seite geforderte geheime Abstimmung verbunden mit der Gegenüberstellung der Anträge und dann noch der finale Stichentscheid der Präsidentin überforderte nicht nur uns. Unsere Beschwerde gegen das unklare Abstimmungsverfahren sorgte für lautes Knirschen im Einwohnerratsgebälk. Sie wurde von der Gemeindeabteilung des Departements Volkswirtschaft und Inneres (DVI) des Kantons Aargau jedoch abgewiesen. Trotzdem: Schulsozialarbeit gehört dringend auch an die Primar- und Kindergartenstufe, wir bleiben dran!

Im Oktober waren wir uns im Einwohnerrat dann wieder einig, stimmten dem Voranschlag für 2012 und der Revision des Personalreglements zu und geschlossen gegen die Wiedereinführung der Blauen Zone.

Als Krönung des Einwohnerratsjahres folgte im November die Kreditbewilligung für das Jahrhundertprojekt „Bauvorhaben Seniorenzentrum“. Ein mutiger Schritt in einem wegweisenden Generationenprojekt. Doch das turbulente Jahr ging nicht zu Ende ohne einen weiteren Rückweisungsantrag, nämlich bei der Kreditbewilligung für die Totalsanierung der Luzernerstrasse, welcher in einer kurzfristig geforderten Etappierung des Projektes endete.

Versöhnlich gestimmt wurde unsere Fraktion durch die glanzvolle Wahl von Elmar Bertschinger zum Vizepräsidenten des Einwohnerrates. Er wird uns an der Seite von Thomas Bühler die nächsten zwei Jahre durch die Sitzungen führen. Elmar, du bist gefordert - auf unsere Unterstützung kannst du zählen!

Ich danke allen Fraktionsmitgliedern ganz herzlich für das unermüdliche Engagement. Die Einwohnerratstätigkeit, verbunden mit den zusätzlichen Aufgaben, die im ver-gangenen Jahr in nicht weniger als vier Spezialkommissionen zu erledigen waren, ist eine anspruchsvolle Sache und der grosse Einsatz nicht selbstverständlich. Wir waren und bleiben gefordert!
 
Anne-Käthi Kremer, Fraktionspräsidentin


Aus dem Stadtrat

Dieses Mal haben wir, Aki und Hämu, uns entschlossen, einen beinahe staatspolitischen Rückblick auf die Geschehnisse im Stadtrat im Jahr 2011 zu werfen. Wir haben wenige Themen als Beispiele für die Entwicklung unserer Stadt ausgewählt.

Städtische Fusionspolitik
Seit zehn Jahren sind Zofingen und Mühlethal fusioniert. Es kann ein positives Fazit gezogen werden: Mühlethal hat seine Eigenständigkeit behalten. Und Zofingen hat in vielerlei Beziehungen an Dynamik zugelegt. Wegen der Ablehnung der Gemeindereform im Kanton 2009 (GERAG) wurden die Fusionsgespräche mit Uerkheim auf Eis gelegt. Nachdem Urs Hofmann eine neue Version der Gemeindereform nun im Gossen Rat durchgebracht hat, hat der Stadtrat das Fusionsprojekt mit Uerkheim wieder aufgenommen. Gleichzeitig haben auch mit Brittnau erste Abklärungen begonnen. Die SP hat den Weg vorgezeichnet und die Fusion Zofingen-Uerkheim-Brittnau bereits umgesetzt - problemlos und erfolgreich.

Die Diskussion um eine Grossfusion Zofingen, Oftringen, Aarburg, Rothrist usw., welche vom Verband Wirtschaft Region Zofingen lanciert wurde, verfolgen wir mit Interesse.

Städtische Siedlungsentwicklung
Die im Spätsommer öffentlich aufgelegte Revision der Ortsplanung weist den Weg Richtung mehr Urbanität. Eine Vergrösserung der Bauzonenfläche ist nicht mehr möglich. Im Westen, Süden und Norden ist Zofingen schon fast bis an die Gemeindegrenzen überbaut und die wertvollen Naherholungsgebiete im Osten dürfen nach Meinung des Stadtrats nicht geopfert werden. Dafür soll im Innern der Bauzonen verdichtet gebaut werden: Die Luzernerstrasse zeigt es auf, das bauliche Gesicht der Stadt verändert sich.

Städtische Landpolitik
Der Stadtrat setzt nicht nur in der unteren Vorstadt, sondern auch im Industriegebiet auf eine aktive Landpolitik. Die Schrebergärten sind an die Peripherie verlegt worden. Damit in den bahnhofnahen Gebieten neue Firmen angesiedelt werden können, ist mit der Firma Siegfried ein grosser Landtausch eingefädelt. Ziel ist, dass sich die Firma Siegfried zwischen der Wiggertalstrasse und der Bahnlinie entwickeln kann und die Stadt und die StWZ zwischen der Wiggertalstrasse und der Wigger eine fast 5 Hektar grosse Fläche in der Industriezone (neu Arbeitszone) erhält. Positiver Nebeneffekt: Die Altlasten werden grossflächig saniert.

Städtisches Bauen
Zofingen boomt! Noch nie wurden in einem Jahr so viele grosse und teure Überbauungen bewilligt (Hirzenberg, Henzmann, Seilergasse usw.). Wir stellen fest, dass mehrheitlich Wohnungen in einem höheren Preissegment erstellt werden. Für Einfamilienhäuser hat es praktisch kein Land mehr.
Die Stadt selbst hat mit den Bauvorhaben im Seniorenzentrum im Umfang von fast 45 Millionen Franken ein bisher einmaliges Projekt vorbereitet. Wir hoffen, dass wir von den derzeit günstigen Kreditkonditionen profitieren können, damit die Pensionstaxen im Seniorenzentrum erschwinglich bleiben. Die neuen Alterswohnungen werden auf jeden Fall günstig. Besonders erfreulich ist, dass die Bauvorhaben bezüglich Energieeffizienz einen hohen Standard erreichen.

Sturmereignis
Der Sturm vom 12. Juli richtete auf dem Heitern verheerende Schäden an. Wir mussten im Stadtrat innert kurzer Frist entscheiden, welche Linden gefällt und welche ersetzt werden sollen. Wir konnten feststellen, dass die Bevölkerung unsere nicht einfachen Entscheidungen wohlwollend aufnahm. Der Sturm hat auch im Wald, in den Pärken (inkl. Badi) und an den Gebäuden sehr grosse Schäden verursacht. Viele Mitarbeitende der Stadt mussten sich wochenlang mit den Sturmschäden beschäftigen. Allein für die Massnahmen in den Pärken musste die Stadt rund eine Viertelmillion Franken aufwenden. Die Schäden an den Gebäuden übernimmt zum Glück weitgehend die Gebäudeversicherung.

Städtischer Verkehr
Auch die Strassenbauvorhaben boomen. Es stehen Ausbauten an der Mühlethal- und der Wiggertalstrasse, die Unterführung Strengelbacherstrasse, mehrere Kreisel (oberer und unterer Stadteingang, Güterstrasse, beim BZZ usw.) und die Sanierung der Luzernerstrasse bevor. Damit der Strassenverkehr einigermassen siedlungsverträglich bleibt, hat der Stadtrat Studien im Bereich unterer Stadteingang bis McDonald`s sowie im Bereich des Bahnhofs erstellen lassen. Den Verkehr störts nicht; er wächst weiter.

Positiv ist, dass auch die Nicht-Autofahrenden profitieren: Westlich des Bahnhofs wurde eine neue Veloabstellanlage erstellt. Auf der Ostseite des Bahnhofs soll eine neue grosse Velostation entstehen.

Stadtfinanzen
Die finanziellen Aussichten der Stadt sind nicht rosig. Im Baubereich (Hochbau und Tiefbau) kommen grosse Investitionen auf uns zu. Dies ist weniger eine Folge des Wachstums und der Urbanität als die Quittung für ungenügende Erneuerungsinvestitionen in den letzten rund 20 Jahren. Damit sich die Stadt wegen den hohen Investitionen nicht zu hoch verschuldet, will der Stadtrat in der laufenden Rechnung ein besseres Resultat erzielen. Wir, Aki und Hämu, werden uns dafür einsetzen, dass die Sparmassnahmen nicht auf dem Buckel der sozial Schwächsten ausgetragen werden. Zum Glück haben wir - hauptsächlich dank der SP - vor drei Jahren den Steuerfuss nicht gesenkt.
«Zofingen auf dem Weg von der verschlafenen ländlichen Kleinstadt zum modernen urbanen Regionalzentrum», könnte man als Motto für die derzeitigen Entwicklungen bezeichnen. Für uns, Aki und Hämu, ist es wichtig, dass bei all dem Wachstum und bei all der Urbanität die Menschen nicht vergessen werden.

Städtischer „Gesellschaftsvertrag“
Unsere Stadt ist zukunftsfähig, wenn wir für alle sorgen, wenn Massnahmen ergriffen werden, die möglichst viele profitieren lassen, wenn Strukturen geschaffen werden, in denen alle einen Platz finden. Das gelingt uns noch nicht in allen Bereichen. In zu vielen Fragen gibt es immer noch ein Entweder-Oder. Denken wir an die Generationenfrage: Es wird immer wichtiger, die ältere Generation zur Fürsprecherin unserer jungen Menschen zu machen. Es ist dringend, dass wir Begegnungen und Austausch institutionalisieren. Hierfür braucht es Strukturen, die dies ermöglich, nein, zur Selbstverständlichkeit machen. Wir müssen einander zuhören, wir müssen uns gegenseitig stärken, wir müssen füreinander einstehen. Eine Konkurrenz zwischen jung und alt zerstört eine Gemeinschaft, riskiert Wissensverlust und behindert Zukunftsglaube. – Hier ist unsere Partei gefordert.

Städtische Maschengrösse
Je enger die Maschen, desto sicherer das Netz. Diese Erkenntnis leitet uns in der Sozialpolitik. Dabei vergessen wir nie, dass der Mensch ein eigenverantwortliches Wesen mit hoher Eigenbestimmung sein will und muss. Wenn dies nicht möglich ist, soll der Staat seinen Teil dazu beitragen, diese Menschen auf einen möglichst selbst bestimmten und möglichst selbst verwalteten Weg zurück zu bringen. Das ist die Hilfe, die greifen soll, wenn es sie braucht.

Damit eine Stadt aber nicht nur reagieren muss, sondern agieren kann, braucht es präventive Massnahmen. Diese aufzubauen ist ein schwieriges Vorhaben. Hier sind wir als SP immer wieder stark gefordert: Wir müssen der Politik und der Bevölkerung zeigen, dass sich diese Investitionen lohnen, dies ohne „Erfolgsrechnung“… Hier muss ein Denken und Handeln angeregt werden, das sich im Gesundheitsbereich schon lange etabliert hat: vorsorgen.

Eine sichere Stadt – eine angenehme Stadt
Unter diesen beiden Schlagworten lässt sich eigentlich alles, was oben beschrieben wird, subsumieren. Das ist dem Stadtrat sehr wohl bewusst, daher arbeitet er auch in verschiedenen Arbeitsgruppen und Fachbereichen zusammen. Wie überall wollen auch wir in Zofingen nachts sicher zuhause ankommen, nicht ständig über Abfall stolpern und Eigentum geschützt wissen. Diese Urbedürfnisse müssen wir ernst nehmen, daher befassen wir uns intensiv mit Massnahmen und Vorkehrungen, wieder geht es um Prävention und selbstverständlich um Repression. Doch bei allen Aufgaben, die an den Staat delegiert werden, dürfen wir nicht vergessen, dass wir als Bürger und Bürgerin dieses Staats eine unangenehme und wenig attraktive Pflicht nicht delegieren können. Wir sind Teil dieser Gesellschaft, wir müssen vom Gegenüber einfordern, was der Gesellschaft gut tut, d.h. wir müssen als mündige und verantwortungsvolle Mitglieder ebenfalls unseren Beitrag leisten. Zivilcourage heisst das Zauberwort.

Wir brauchen euch, wir zählen auf euch! Eure Hämu & Aki.


Jahresbericht 2011 der Schulpflege
 
Die Schulpflege behandelte im Berichtsjahr in 13 Sitzungen 201 Geschäfte.

Neben dem üblichen Tagesgeschäft nahm sich die Schulpflege, teilweise zusammen mit der Schulleitung in diesem Jahr Zeit, weitere Geschäftsführungsdokumente zu erarbeiten. Nachdem Ende 2010 das Geschäfts- und Kompetenzregelement verabschiedet worden war, wurden in Anhängen die Kernaufgaben der Schulpflege sowie die Aufgaben des Schulpflegesekretariats festgehalten. Zusammen mit der Schulleitung wurden auch ein CI-Leitbild und Führungsgrundsätze für die Schule Zofingen erarbeitet. In diesem Zusammenhang wurde ein Visual für die Schule in Auftrag gegeben und finalisiert.

Der Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr sowohl für die Volksschule wie auch für die heilpädagogische Schule bei der externen Schulevaluation. Beide wurden im Herbst 2011 zum zweiten Mal nach 2006 von Experten der Fachhochschule Nordwestschweiz extern evaluiert. Im Schlussbericht wurde der Volksschule grundsätzlich ein gutes Funktionieren attestiert. Bei den sogenannten Ampelkriterien erhielt die Volksschule fünf grüne und zwei gelbe Ampeln. In Bezug auf die gelben Ampeln hielten die Experten fest, dass es einerseits gelte, bei der Schulführung Verbesserungen anzustreben und andererseits im Bereich „Integration des konfessionellen Religionsunterrichts in die Blockzeiten“ ein Regelverstoss gegen kantonale Vorgaben vorliege.

In der heilpädagogischen Schule wurden die Ampeln in allen sieben Bereichen auf Grün gestellt. Die Experten attestierten, dass die Mitarbeitenden mit ihrem Einsatz die Herausforderung, dem breiten Spektrum an unterschiedlichsten Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden, bestens meistern.
Einen Rückschlag musste die Schulpflege mit der Ablehnung des Ausbaus der Schulsozialarbeit auf alle Schulstufen hinnehmen. Zofingen verfügt über eine gut etablierte Schulsozialarbeit auf der Oberstufe. Da sich soziale Probleme aber immer häufiger bereits im Kindergarten und in der Primarschule bemerkbar machen, erachtet die Schulpflege die Ausweitung der Schulsozialarbeit auf alle Stufen als dringend erforderlich und unumgänglich. Nach der Ablehnung durch den Einwohnerrat am 12. September 2011 ist die Schulpflege nun gefordert, Ersatzlösungen zu erarbeiten.

Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt ist im Moment ebenfalls unsicher, ob das Angebot Tagesstrukturen künftig ausgebaut werden kann. Die Schulpflege hat deshalb beim Stadtrat beantragt, das Pilotprojekt über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen von drei Jahren hinaus weiterzuführen. Grundsätzlich entwickelt sich die Auslastung der Tagesplätze weiterhin gut. Im Herbst betrug diese bei einzelnen Angeboten erstmals 100%.

Das Angebot der Musikschule erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Neben dem Musikunterricht fanden 2011 verschiedene Konzerte und Klassenmusizierstunden statt. Zudem traten kleinere Ensembles an diversen Veranstaltungen in Zofingen auf, so zum Beispiel am Neuzuzügeranlass im August im Stadtsaal Zofingen.

Für das Jahr 2012 stehen verschiedene Herausforderungen an, diese sind für die Volksschule insbesondere die Neubesetzung mehrerer Schulleitungsstellen. Zusätzlich wird die Volksabstimmung vom März 2012 weisen, ob der Kanton Aargau mit dem Rest der Schweiz auf ein Schulmodell 6/3 umschwenkt, was für die Volksschule grosse organisatorische Konsequenzen haben wird.

Für die heilpädagogische Schule muss eine Lösung für das Raumproblem aufgrund der gestiegenen SchülerInnenzahl gefunden werden. Die Schulpflege Zofingen hatte den Stadtrat und das BKS/SHW im September auf die aktuelle Raumnot an der HPS Zofingen aufmerksam gemacht.

Als mögliche Lösung soll die Übertragung des Quartierschulhauses an die HPS Zofingen und die Erstellung eines Neubaus für die Quartierschule vertieft abgeklärt werden.

Christina Gut Sjöberg, Yvonne Meier


Aus der JUSO

2011 war für die JUSO Regionalgruppe Zofingen ein erfolgreiches Jahr. Mit neun Neumitgliedern im Jahr 2011 umfasst unsere Regionalgruppe aktuell 24 JUSOs. Damit sind wir neben Baden-Brugg und Aarau die drittgrösste Regionalgruppe im Kanton. Von unseren Mitgliedern sind mehr als die Hälfte auch aktiv. Dies macht sich vor Allem an unseren monatlichen Sitzungen bzw. Stammtischen bemerkbar. Das Jahr stand für uns natürlich unter dem Motto Nationalratswahlen. Sanja Kostic und Sascha Antenen konnten als Kandidatin und Kandidat auf der JUSO Liste mit einem guten Resultat abschneiden. Dies nicht zuletzt dank der Mitarbeit aller aktiven JUSOs bei unseren vielen Stand- und Flyeraktionen frühmorgens. Sei es in Zofingen oder einer der umliegenden Gemeinden gewesen.

Ebenfalls mit dem Beginn der Nationalratswahlen lancierte die JUSO Aargau ihre eigene Initiative zur Offenlegung der Politikfinanzierung. Dies war unter Anderem ein Hauptthema im Wahlkampf der JUSO Aargau. Die JUSO Regionalgruppe Zofingen sammelte für diese Initiative fast 400 Unterschriften. Es ist vorgesehen die Initiative spätestens im Mai 2012 eingereicht zu haben. Die JUSO Regionalgruppe Zofingen bedankt sich auch bei der SP Zofingen-Uerkheim-Brittnau und der Bezirkspartei Zofingen für die gute Zusammenarbeit und die finanzielle Unterstützung.

Sascha Antenen