Jahresbericht 2012

Liebe Parteimitglieder

Auch wenn keine Kommunalwahlen anstanden und die Grossratswahlen im Bezirk nicht die gewünscht hohen Wellen schlugen, war 2012 in Zofingen durchaus farbig und bewegt.

2012 machten zwei Zusammenschlussprojekte von Einwohnergemeinden aus sich aufmerksam. Zofingen bietet eine sehr gute und funktionierende Struktur, hat den Schritt ins 21. Jahrhundert geschafft und kann als regionales Zentrum einiges bieten. Die Verwaltung weist durchaus Vorbildcharakter aus, hat die Herausforderungen in einigen Bereichen gepackt.
Da wundert es nicht, dass trotz gewissen Vorbehalten Nachbargemeinden den direkten Anschluss suchen. Die Behörden der Stadt wie die der möglichen Partner Brittnau und Uerkheim bemühten sich redlich um eine transparente und detaillierte Auslege. Den Ausgang kennen wir.
Die Zusammenschlusswünsche der Gemeinderäte haben tatsächlich viel bewegt. Noch selten äusserten sich so viele Stimmbürgerinnen- und Stimmbürger in unzähligen Leserbriefen zu einer Vorlage. Es zeigte sich, dass es für viele die Identität des Dorfs und der Dorfgemeinschaft zu verteidigen galt. Es wurden Emotionen und wildeste Behauptungen gedruckt, aber auch einige gute und sachliche Argumentationen konnten wir lesen. Letztere erfreulicherweise vorab aus den Reihen unserer Genossinnen und Genossen, aus allen Generationen heraus. Nun hat Zofingen im Falle Uerkheim zwar bewegt, aber nicht verbunden. Brittnau schreibt eine ganz eigene Geschichte, die später im Bericht erläutert wird. Die Frage stellt sich nun, inwieweit die Gemeinden die steigenden Anforderungen an ihre Sozialämter, Schulen, Steuerämter, Bauämter etc. alleine bewältigen können, oder ob sie noch Behördenmitglieder finden. Wird die Autonomie einfach so lange dauern, als die Gemeinden noch Baulandreserven haben? Oder bis der Finanzausgleich endet?  – Die Zukunft wird es zeigen.

In Zofingen fand die Revision der Ortsplanung nach Jahren der Diskussion, nach unzähligen Sitzungen und zähen Auseinandersetzungen schliesslich den Weg durch alle Instanzen. Dass das Amslergut weiterhin in der Zone für öffentlich Bauten verbleibt freut uns.

Einen grossen Dank an all unsere fleissigen Güsler, die den BioMarché nicht nur wie jedes Jahr sauber hielten, sondern mit ihrem Übergwändli erfolgreich Farbe bekannten. Der Lohn der Güslerei bildet nach wie vor eine wichtige Einnahme in unsere Parteikasse.

Eine grosse Herausforderung wartet auf unsern Stadtrat Hämu Plüss. Erfreulicherweise stimmte der Souverän dem Neubauprojekt Seniorenzentrum, mit etwas Zähneknirschen, zu.

Dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der notwenigen Erhöhung des Steuerfusses nicht zustimmten ärgerte uns nicht nur, sondern macht uns grosse Sorgen. Die fetten Jahre von Zofingen gehören in die Vergangenheit.

Elisabeth Gisler, Präsidentin


Aus dem Vorstand

Im Februar trafen wir uns zur Vorstandsklausur. Aus terminlichen Gründen blieben wir in Zofingen und fanden im gediegenen Landgut Hirzenberg den richtigen Rahmen um in Ruhe und intensiv an unserem Jahresprogramm zu arbeiten. Erstes und wichtiges Traktandum war das Ringen mit der Notwendigkeit das Präsidium zu besetzen. Dass sich Elisabeth Gisler schliesslich entschloss die Lücke zu füllen, lag nicht an ihrem Wunsch endlich Präsidentin zu werden, als vielmehr am Willen und an der Überzeugung, dass die Sektion als Parteigefäss wichtig ist und für politisch engagierte Menschen die erste Anlaufstelle für jegliches Wirken bedeuten kann. Eine Person allein kann dies nicht schaffen. Dafür sind wir alle zu sehr im Berufsleben und im konkreten Fall der Vorstandsmitglieder auch stark in Behörden und andern Verbindlichkeiten eingespannt. Es funktioniert nur zusammen. Aber einer hält die Fäden zusammen. Und diese Aufgabe übernahm nun Elisabeth.

An der GV in der Linde im Mühlethal begrüssten wir eine erfreulich grosse Anzahl Mitglieder. Die Rücktritte von Bruno Koch aus Brittnau und Viviane Hösli aus Zofingen verkleinerten unseren Vorstand auf 7 Personen. Als Vizepräsident bestimmte der Vorstand den in der JUSO aktiven Sascha Antenen.

Dieses erste Jahr sollte ein ruhiges Jahr zum Lernen und Beobachten werden. Aber meistens kommt es anders als man denkt. Der vorzeitige Rücktritt von Yvonne Meier als Schulpflegerin bedeutete die Suche nach Ersatz. Schulpflegewahlen sind eher ruhige Wahlen. Nicht in diesem Juni: Mit den Kandidaturen von Esther Manitta  (EVP) und Claudia Wyss (Grüne) fanden wir uns mit Tobias Siegrist ziemlich zügig mitten im Wahlkampf für insgesamt zwei Sitze. Wir konnten den SP-Sitz mit Tobias verteidigen, weiter wurde Claudia Wyss gewählt.

Im Mai tat sich die SP mit der JUSO zusammen und organisierte ein Podium an der Kanti Zofingen für die „Managed Care“ Abstimmungsvorlage. Mit dabei war Jacqueline Fehr, Nationalrätin, als Podiumsteilnehmerin. Diese Vorlage bewegte im Allgemeinen nicht so wie erwartet. Der Zuhöreraufmarsch war mässig, dafür umso engagierter die Podiumsdiskussion.

An der Parteiversammlung im August zum Thema Schule informierte uns Manfred Dubach über den aktuellen Umbau der Volksschule. Christina Gut und Tobias Siegrist erläuterten ihre Aufgaben in der Schulpflege und zeichneten ein Bild der künftigen Herausforderungen. Sascha Antenen stellte die JUSO Initiative „Keine Spekulationen mit Nahrungsmitteln“ vor und Manfred Dubach sprach über die Eidg. Abstimmung zur Jugendmusikförderung.

Im November zeichneten unsere Stadträte Aki Dubach und Hämu Plüss ein Bild der Zukunft im allgemeinen vor dem Hintergrund der Budgetabstimmung wie im speziellen zu ihren jeweiligen Ressorts. Der Abend war spannend und es entwickelten sich ausgedehnte Diskussionen der zahlreich anwesenden Parteimitglieder.

Die Budgetdebatte und die Steuerfusserhöhung erforderten den Einsatz des gesamten Vorstandes. Auch für den Zusammenschluss mit Uerkheim legte sich die Sektion besonders stark quer durch alle Generationen ins Zeug. Wir stellten uns nicht nur auf den Postplatz und vor die Einkaufszentren am Eingang von Zofingen, sondern produzierten auch ein
eSPresso, das über die Parteigrenzen hinaus Lob und Zustimmung fand.

Schliesslich schlossen wir das Parteijahr im Dezember traditionell mit dem Chlaushock im Waldhaus Uerkheim. Nicht nur Gast, sondern auch Redner war diesmal unser Sektionsmitglied Stefan Moll, Pfarrer der EMK Zofingen. Stefan führte seinen Bogen über die Bedeutung des Chlaus als „sozialistische“ Figur aus der Geschichte, über die Kirche, wo sich ähnliche Grundsätze finden wie im sozialdemokratischen Denken, zu seiner eigenen Sicht der Parallelen von Kirche und Staat. Seine Ausführungen liessen verschiedene Diskussionen zu diesen Themen entstehen, die höchst interessiert und engagiert geführt wurden. Der Besucheraufmarsch war nicht so gross wie auch schon. Es lag diesmal am intensiven Schneefall, der die SPler entweder absagen oder teilweise sogar zu Fuss kommen liess.

Elisabeth Gisler, Präsidentin

Flyer Fusion Zofingen-Uerkheim


Aus dem Stadtrat

Im Jahresbericht 2011 haben Aki und Hämu vom dynamischen Aufbruch Zofingens vom verschlafenen Kleinstädtchen zum urbanen Regionalzentrum berichtet, vom Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt und von denen, die oben schwimmen und jenen, welche durch die Maschen fallen. Diese Spannungsfelder haben den Stadtrat 2012 weiterhin intensiv auf Trab gehalten und haben Erfolge und Enttäuschungen beschert. Aber der Reihe nach:

Volksabstimmung vom 11. März 2012
Nein, die Altstadt Zofingen verkommt nicht zum „drive in theatre“. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind dem Gegenvorschlag des Stadtrates und der Abstimmungsempfehlung der SP klar gefolgt und haben der Initiative für die Wiedereinführung der „blauen Zone“ eine deutliche Abfuhr erteilt. Bezüglich Parkierung in der Altstadt gehen wir also nicht in die sechziger Jahre zurück.

Am gleichen Tag hat das Stimmvolk auch dem Baukredit von fast 45 Millionen Franken für den Pflegeheimneubau und die Umwandlung des Rosenbergs in Alterswohnungen zugestimmt - für den Stadtrat und insbesondere für Hämu eine grosse Freude und Erleichterung nach dem nicht einfachen Abstimmungskampf.

Landabtausch Siegfried-Areal
Ein grosses und wichtiges Projekt im Rahmen der aktiven Landpolitik des Stadtrates konnte mit dem Landabtausch Siegfied-Areal erfolgreich abgeschlossen werden. Der Einwohnerrat stimmte dem 10 Millionen-Kredit in der Mai-Sitzung ohne Gegenstimme zu. Der Landabtausch ist für die Stadt eine Riesenchance, den Strukturwandel in der Wirtschaft zu unterstützen und in Zofingen neue Firmen und zukunftsgerichtete Technologien anzusiedeln. Bereits gegen Ende des Jahres 2012 wurden von der Industrie erste Projekte präsentiert, um interessante Arbeitsplätze zu schaffen - in Fusswegdistanz zum Bahnhof mit Schnellzugshalt.

Ebenfalls in der Maisitzung setzte der Einwohnerrat den Schlusspunkt unter die Revision der Ortsplanung. Das Geschäft hatte den Stadtrat bis zum Schluss intensiv beschäftigt, waren doch noch mehrere Fragen und unklare Reglementsbestimmungen aufgetaucht. Auch konnte man sich in guten Treuen darüber streiten, ob das Amslergut von der öffentlichen Zone in die private Wohnzone umgezont werden soll. Mit einer Stimme Unterschied konnte sich die Haltung der SP durchsetzen: das Amslergut bleibt in der ÖB-Zone.

Rechnung 2011
Und schon geht’s zu den Finanzen. Beim Rechnungsabschluss 2011 profitierte die Stadt ein letztes Mal von Übergangsregeln im Verhältnis Kanton-Gemeinden, von einem höheren Steuerertrag bei den juristischen Personen und natürlich von der ausgezeichneten und budget-disziplinierten Arbeit unserer Stadtverwaltung. So konnten die Investitionen vollständig selbstfinanziert werden und die Stadt ist weiterhin schuldenfrei. Während der Einwohnerrat Jahresbericht und Rechnung am 23. Juni erfreut genehmigten, war der Stadtrat bereits an der - viel weniger erfreulichen - Vorbereitung des Budgets 2013. Diesen Prozess könnt ihr gerade live mitverfolgen…

Nein zu den Fusionen
Nach einigen interessanten und sogar sehr kreativen Workshops mit dem Gemeinderat Brittnau stand der Projektplan für eine Fusion. Während der Einwohnerrat dem Kredit für die Machbarkeitsabklärungen einer Fusion Zofingen-Brittnau in der Märzsitzung noch einstimmig zugestimmt hatte, lehnte das Brittnauer Stimmvolk die Vorlage ab.

Im Stadtrat konzentrierten wir uns nun voll auf die Fusion mit Uerkheim. In einem - übrigens sehr angenehmen - engen Kontakt mit dem Gemeinderat Uerkheim wurden Info-Veranstaltungen und eine öffentliche Mitwirkung durchgeführt und die Vorlagen für Einwohnerrat, Gemeindeversammlung und Volksabstimmung erarbeitet. Einwohnerrat und Gemeindeversammlung stellten das Signal auf grün.

Des Volkes Wille war ein anderer. – „Fusionieren“ bedeutet in unserer Region wohl immer noch so viel wie „sich aufgeben“. Dass dem nicht so ist, zeigen viele gute Beispiele in nah und fern, doch das sieht unsere Bevölkerung anders.
Es wurde bei uns angeklopft, wir haben die Türe geöffnet, in unsere Stube ist jedoch niemand eingetreten…
Wenn ein Nein zu den Fusionen ein Ja zu Zofingen bedeutet, dann müssen wir uns nun anstrengen. Wir müssen wieder zeigen, dass unser Städtchen ein LebensOrt für Junge und Alte, für Betuchte und weniger Betuchte, für Kreative und Geniesser, für Aufmüpfige und Stille, für dich und mich wird.

Budget 2013
Immer stärker wird der Fokus der Ratstätigkeit auf die Finanzen gelegt. Was sich in den letzten Jahren angekündigt hat, ist nun eingetroffen: die Zofinger Finanzzahlen haben sich so verschlechtert, dass Massnahmen nötig werden.
Mit intensiven Vorbereitungsarbeiten im Rucksack hat sich der Stadtrat 3 Nachmittage in die Klausur begeben. Es fällt nicht leicht, gute Errungenschaften aufzugeben und sich von tollen nachhaltigen Projekten zu verabschieden. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass jetzt nicht nur „gespart“ wird; die Zitrone ist nämlich weitestgehend ausgepresst und echter Leistungsabbau macht keinen Spass und vermindert die Attraktivität der Stadt. Wir sind überzeugt, dass sich auch auf der Einnahmenseite etwas bewegen muss, nämlich der Steuerfuss.

Nach zähem Ringen hat der Stadtrat dem Einwohnerrat ein ausgewogenes Budget vorgelegt mit Erhöhung des Steuerfusses und einigen einschneidenden Sparmassnahmen. Das ganze dokumentiert mit vielen Begründungen und Tabellen und sogar mit einem 10-Jahres-Finanzplan. Dank dem Einsatz der SP-Fraktion konnte im Einwohnerrat noch eine Mehrheit für die Steuererhöhung erreicht werden. Aber an der Volksabstimmung vom 20. Januar 2013 …

Aber davon berichten wir erst im Jahresbericht 2013. Bis dann haben wir alle Hände voll zu tun, um zu verhindern, dass nur auf dem Buckel des Stadtpersonals und von weniger gut Betuchten Zofingerinnen und Zofinger oder nur zu Lasten der Kultur gespart wird.

Aki und Hämu


Aus der Fraktion

Zofingen quo vadis?
Das emotionale und wegweisende Einwohnerratsjahr 2012 in wenigen Worten zu beschreiben fällt schwer, daher zu Beginn ein paar trockene Fakten: In drei von sechs Sitzungen Hochwasserschutz-Vorlagen, zwei Spezialkommissionen (Ortsplanung und Zusammenschluss Zofingen-Uerkheim), zwei Gemeindezusammenschluss-Vorlagen, insgesamt 10 Einbürgerungen und 9 personelle Wechsel im Einwohnerrat. Und nicht zuletzt ein neuer Einwohnerratspräsident, der sich auch erst mal mit seinem Amt vertraut machen muss… Doch alles der Reihe nach:

Die März-Sitzung war die erste unter der Leitung des neuen Präsidenten Thomas Bühler und seinem Vize Elmar Bertschinger. Thomas Bühler forderte die Einwohnerratsmitglieder in seiner Antrittsrede auf: „Bei Sachabstimmungen im Einwohnerrat immer das Wohlergehen unserer Stadt in den Fokus stellen“. Dies nahmen sich zumindest in der ersten Sitzung alle zu Herzen und stimmten allen Geschäften einstimmig zu. Es waren dies Kreditbewilligungen für Hochwasserschutzmassnahmen im Hinteren Riedtal (Riedtalbach) und für die Sanierung von Abwasserleitungen. Weiter wurde der Beschaffung neuer Dienstfahrzeuge der Repol via Flottenleasing zugestimmt und Machbarkeitsabklärungen für einen Zusammenschluss von Brittnau und Zofingen genehmigt (welche mit der negativen Referendumsabstimmung in Brittnau danach aber beerdigt wurden).

Mit der Revision der Ortsplanung und dem Landabtausch zwischen der Siegfried AG, den StWZ und der Stadt Zofingen standen in der Mai-Sitzung zwei wegweisende Vorlagen zur Debatte. Bei der BNO-Revision gab die Umzonung der „Reservegrünfläche“ Amslergut in die Wohn- und Arbeitszone am meisten zu reden und wurde schliesslich mit 17 zu 18 Stimmen abgelehnt, die SP war in dieser Frage geteilter Meinung. Die Annahme der neuen BNO als Ganzes ermöglichte dann den Landabtausch „im Industriegebiet“, was der Einwohnerrat einstimmig als Win-Win-Situation für alle Beteiligten auffasste. Weiter wurden Hochwasserschutz- und Renaturierungsmassnahmen im Vorderen Riedtal beschlossen.

Im Juni wurde die Rechnung 2011, die besser als erwartet ausfiel, einstimmig gutgeheissen. Marcel Murri, Präsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission FGPK, fragte in seinem Votum zu recht, ob dies ein letztes Aufbäumen der Zofinger Finanzen vor dem Niedergang sei. Auch der Kredit für bauliche Sofortmassnahmen im Bildungszentrum wurde einstimmig genehmigt - somit sollte im BZZ weiterhin gefahrlos unterrichtet werden können.

Die emotionalste und hitzigste Einwohnerratssitzung seit langem verursachten die Septembertraktanden: Wir und die Dynamische Mitte bezeichneten die Vorlage „Kreisel Strengelbacherstrasse im Bereich BZZ/Landi als unausgereift. Der Rückweisungsantrag scheiterte dann aber bei 17 zu 17 Stimmen am Stichentscheid des Präsidenten. Immerhin die Erstellung des 4. Astes des Kreisels (ins Leere bei der Landi) wurde abgelehnt. Und unser Wunsch nach einem Massnahmeplan für die Schulwegsicherheit sowie die sichere Fussgängerquerung für die Strecke zwischen neuer Unterführung Strengelbacherstrasse und dem Kreisel muss erfüllt werden. Nicht weniger emotional ging es bei der Kreditbewilligung für die Erneuerung der technischen Anlagen und Installationen sowie der Ersatzbeschaffung von Mobilien für den Stadtsaal zu und her. Einstimmig wurde der „abgespeckten FGPK-Variante“ der Erneuerung der technischen Anlagen zugestimmt, auch die Ersatzbeschaffung von Tischen, Stühlen und Vorhängen schaffte es - wenn auch knapp - mit 18 zu 16 Stimmen. Versöhnlich einstimmig genehmigten wir die Öffnung und Renaturierung des Oeltrottenbachs.

Was führen die Bürgerlichen im Schilde? Diese Frage beschäftigte uns dann im Vorfeld der Budgetdebatte mit geplanter Steuerfusserhöhung im Oktober. Wir berieten uns erstmals in einer gemeinsamen Fraktionssitzung mit der DYM und erarbeiteten „Schlachtpläne“ zu den verschiedenen möglichen Abstimmungsszenarien. Die Antwort der Bürgerlichen war enttäuschend: Bei der Abstimmung unter Namensnennung sagten sie simpel und einfach Nein. Trotzdem wurde das Budget inklusive Steuerfusserhöhung im ER ganz knapp genehmigt, die Volksabstimmung fiel dann bekanntlich anders aus…Auch das Ergebnis der Novembersitzung hatte nur kurze Zeit Bestand. Mit 25 zu 9 Stimmen genehmigten wir den Vertrag über den Zusammenschluss von Zofingen und Uerkheim. Auch hier war das Stimmvolk anderer Meinung. Nun stellt sich wirklich die Frage: Zofingen quo vadis? Es gibt viel zu tun im nächsten Einwohnerratsjahr, dem letztem der Legislatur…

Ich danke allen Fraktionsmitgliedern an dieser Stelle ganz herzlich für das riesige Engagement im Jahr 2012. Dieser Einsatz ist nicht selbstverständlich. Wie anfangs angetönt, gab es im vergangenen Einwohnerratsjahr 9 personelle Wechsel. Drei davon betrafen die SP-Fraktion. Vor, respektive in der Sommerpause gaben Franz von Büren und Liz Ruch ihren Rücktritt bekannt. An ihrer Stelle politisieren nun Christian Nöthiger und Rafael Lippuner. Und in der Novembersitzung stand ich dann zum letzten Mal am Rednerpult. Sieben Jahre lang habe ich mich im Einwohnerrat engagiert und trete nun – aus beruflichen Gründen – zurück. Es war mir eine grosse Ehre, die Fraktion in den letzten drei Jahren präsidieren zu dürfen und ich wünsche euch weiterhin lebhafte und lösungsorientierte Einwohnerratssitzungen und Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerung Zofingens.

Anne-Käthi Kremer, Fraktionspräsidentin

Einwohnerratssitzung Zofingen


Jahresbericht 2012 der Schulpflege

Die Schulpflege behandelte im Berichtsjahr in 15 Sitzungen 219 Geschäfte.

Das Jahr 2012 war geprägt von verschiedenen, wichtigen Wechseln und Veränderungen. Seitens Schulpflege hatten per Ende Schuljahr 11/12 die beiden langjährigen Schulpflegemitglieder Anita Bolliger (Präsidentin) und Yvonne Meier (Vizepräsidentin) demissioniert. Im August konnte die Schulpflege dann neu mit Philippe Fehr als Präsidenten, Christina Gut als Vizepräsidentin, sowie den beiden frisch gewählten Mitgliedern Claudia Wyss und Tobias Siegrist mit vollem Elan in das neue Schuljahr starten. Anlässlich dieser Wechsel wurden auch die Ressorts und Zuständigkeiten innerhalb der Schulpflege neu verteilt.

Neue Gesichter gab es nicht nur in der Schulpflege, sondern auch in der Schulleitung. Im Gemeindeschulhaus, an der Bezirkschule wie auch in der Quartierschule Mühlethal haben neue Schulhausleitende ihre Aufgaben angepackt.

Aufgaben und Herausforderungen gab es viele, und diese werden uns auch im neuen Jahr begleiten.
So laufen die Vorbereitungsarbeiten für den Wechsel zu 6/3 auf Hochtouren. Bereits entschieden und der Bevölkerung kommuniziert wurde die neue Struktur der Primarstufe (2/2/2), sowie der Ablauf der Vorverschiebung des Kindergarteneintritts. Der nächste wichtige Schritt wird nun die Zuteilung der Lehrer an die verschiedenen Stufen sein.
Diese Zuteilung wird zusätzlich beeinflusst durch den Entscheid der Gemeinde Brittnau, ob und insbesondere wann sie ihre Bezirkschüler nach Zofingen schickenwerden. Auch diese Veränderung hatte sich im Berichtsjahr abgezeichnet, da Brittnau mit dem Wechsel zu 6/3 nicht mehr über die notwendige Anzahl Abteilungen für eine selbständige Bezirkschule verfügen wird.

Im Verlauf der letzten Jahre ist die Zahl der Neugeborenen stärker angestiegen. Zudem wächst Zofingen durch Zuzug aus anderen Kantonen und Ländern. Als Folge erhöht sich die Zahl der schulpflichtigen Kinder. Die heilpädagogische Schule ist an ihre Kapazitätsgrenzen gestossen, nicht zuletzt wegen der Auflösung der Kleinklassen. Sie setzt sich aktiv für eine Lösung des Raumproblems ein und möchte das bestehende Quartierschulhaus vollständig übernehmen. Auf dem Areal des BZZ wäre in diesem Fall ein Schulhausneubau für zwei Klassenzüge zu erstellen. Dies ist eines von verschiedenen Szenarien, die nun zu prüfen sind. Voraussichtlich bis zum Schuljahr 2017/18 sollte der neue Schulraum jedenfalls zur Verfügung stehen. Da sind wir und die Verwaltung gefordert.

Ebenso gefordert ist die Schulpflege bei der Qualitätskontrolle. Hier ist es uns ein Anliegen, dass Schule und Unterricht noch besser werden. Instrumente zur Überprüfung und damit zur Verbesserung sind vorhanden, müssen aber von allen Beteiligten noch intensiver genutzt werden.

Ende Schuljahr wurde auch der Bereich Schule durch die Budgetdebatte beeinflusst. So konnten vorgedachte Änderungen im Bereich Schulsozialarbeit sowie der Tagesstrukturen nicht wie geplant umgesetzt werden und müssen neu evaluiert werden.

Zuallerletzt wird die Amtsperiode 2014 bis 2018 voraussichtlich die letzte der Schulpflege in der jetzigen Form sein. Wie eine Neuorganisation der Schulführung aussehen könnte, wird uns der Kanton in den nächsten Monaten skizzieren.

Christina Gut Sjöberg und Tobias Siegrist


JUSO

2012 war für die 25 topmotivierten Mitglieder der JUSO Zofingen ein erfolgreiches und turbulentes Jahr. Im Mittelpunkt standen klar die Grossratswahlen. Mit 8 Kandidierenden auf der Liste 2 arbeitete die JUSO Zofingen in der Planung und dem Abstimmungskampf eng mit der SP zusammen. Bei gemeinsamen Stand- , Wurst- und Äpfelverteilaktionen kämpften wir an vorderster Front für eine starke Liste 2 mit. Die JUSOs auf der Liste konnten mit ihren Resultaten zufrieden sein. Zusätzlich zeigte die Liste 2 als jüngste Liste, dass das junge Zofinger Herz links schlägt. Neben dem Abstimmungskampf war die JUSO Zofingen auch für die neue Spekulationsstopp-Inititaive und der Budgetdebatte auf der Strasse.
Doch nicht nur auf der Strasse ist die JUSO Zofingen aktiv. Auch medial war die JUSO Zofingen überdurchschnittlich vertreten. Im Zofinger Tagblatt zeigten wir unsere kulturelles Interesse wir mit der Forderung für mehr Kultur und der Befürwortung des T(h)uut (Sch)luut. Zusätzlich gaben uns auch die Kritik an der freikirchlichen Jugendtreffleitung in Aarburg und die Medienmitteilungen zum Budget eine Plattform. Aargau weit haben wir es mit dem Boykott des Oktoberfests der unfähigen SVP in die Medien geschafft. Wir konnten auch die SP dazu bringen dieser misslungenen Diskussionsrunde aus dem Weg zu gehen. Schweiz weit haben wir es in die Medien geschafft mit unserer Kritik am Frei.Wild Auftritt am Heitere Open Air.

Im Jahr 2012 ergaben sich auch personelle Änderungen. Neben Neumitgliedern wechselte das Präsidium. Sascha Antenen trat als Präsident zurück und es übernahm Dénise Küng für ihn. Der Vorstand besteht weiterhin aus Rolf Bänziger und Julian Eberli. Die JUSO Regionalgruppe Zofingen bedankt sich auch bei der SP Zofingen- Uerkheim-Brittnau und der Bezirkspartei Zofingen für die gute Zusammenarbeit und die finanzielle Unterstützung.

Sascha Antenen


SP Ortsgruppe Brittnau

Der Gemeinderat Brittnau erarbeitete im Vorfeld der historischen Gemeindeversammlung vom 22.2.2012 die Grundlagen für eine Machbarkeitsstudie zur Gemeindefusion mit Zofingen. In der Abstimmung unterlag der Vorschlag knapp mit 200 zu 179 Stimmen. In der Folge konstituierte sich ein Referendumskomitee „Zukunft Brittnau“, die Brittnauer SP-Mitglieder engagierten sich intensiv für die Machbarkeitsabklärungen. Leider scheiterte das Anliegen auch in der Volksabstimmung vom 17. 6.2012 klar mit 833 NEIN gegen 711 JA. Somit ist die Fusion mit Zofingen vorderhand ein längerfristiges Zukunftsprojekt.
Am 13.1.2013 wurde nach dem Rücktritt von Gemeinderätin Brigitta Bienz der parteilose Michael Flückiger im ersten Wahlgang souverän gewählt. Die SP-Ortsgruppe unterstützte zusammen mit FDP und EVP den kurzfristig aus dem Hut gezauberten Kandidaten der gegen den offiziellen SVP-Kandidaten Patrick Vogt antrat. Die SP-Ortsgruppe hofft schwer bei den zukünftigen Gemeindewahlen wieder vermehrt mitmischen zu können.

Martin Fischer

Fröschengülle Brittnau