Parteichronik 1991 bis 1998

Trotz grossem Einsatz muss bei den National- und Ständeratswahlen in der Stadt Zofingen noch einmal ein kleiner Verlust hingenommen werden.
Zusammen mit linken Gruppen zeigen wir die von SP-Nationalrat Andy Gross aufgebaute Ausstellung «die unvollendete Demokratie» in den leeren Fabrikhallen der Färberei Zofingen.
Am Frauenstreiktag 14. Juni führt die Sektion Zofingen zusammen mit dem Bezirk eine Bildungsveranstaltung mit dem Title «Verkehrspolitik in der Gemeinde» durch.

Per Jahresanfang muss ein Nachfolger für den zurücktretenden Stadtammann Willi Loretan (FDP) gewählt werden. Die SP-Frau, Vizeammann Dilli Schaub, stellt sich nach reiflicher Überlegung nicht zur Wahl. Im zweiten Wahlgang unterstützen wir offen den in der Endabrechnung unterlegenen LDU-Kandidaten Hansruedi Gilgen.
Die SP ergreift das Referendum gegen den Einwohnerratsbeschluss zur Sanierung der Aarburgerstrasse Bereich Coop / Migros.
Ein öffentlicher Informationsabend zum Thema «Mensch-(Sehn)Sucht-Realität» belichtet ein aktuelles Problem.
Ein Komitee bereitet das Jubiläum «75 Jahre SP Zofingen» vor.

Am 17. April 1993 feiert die Sektion das Jubiläum «75 Jahre SP Zofingen». Das Jubiläum wird im Rahmen eines kantonalen Parteitages gefeiert. Der abendliche Festakt mit 200 Personen und einer würzigen Rede des ehemaligen SPS-Präsidenten Helmut Hubacher ist ein würdiges Zofinger Grossereignis.
In einer Diskussion um das Zofinger Parkhaus, in der die Partei ein «Ja - aber» beschiesst, wird die «Initiative für eine fussgängerfreundliche Altstadt» geboren. Mit 780 Unterschriften wird die Initiative am 1. November der Kanzlei übergeben.
Die Gemeindewahlen bringen problemlose Wiederwahlen für Dilli Schaub und Lothar Brünisholz in den Stadtrat. In der Schulpflege treten drei Frauen an, die gewählt werden. Im Einwohnerrat gewinnen wir ein Mandat zurück und haben wieder acht Sitze.

Nach 36 Jahren löst sich die eigenständige SP-Frauen-Sektion auf. Zwei Frauen treten in die Ortssektion ein, die anderen bleiben treue Sympathisantinnen.
Dem Jahresthema «Arbeitslosigkeit» werden drei Veranstaltungen gewidmet.
Eine vom Initiativkomitee organisierte Exkursion nach Rheinfelden brachte in Gewerbekreisen einen Umschwung und eine Annäherung der Standpunkte über die Verkehrsberuhigung in der Altstadt.
Der Einwohnerrat verabschiedet gegen den Widerstand der SP das Sparpaket 1995 (Halbierung der Ortszulagen, etc.). Die vom Einwohnerrat in der Budgetdebatte beschlossene Steuererhöhung auf 105% wird an der Urne 2:3 abgelehnt. In der Folge wird der Steuersatz 102% beschlossen.
An der Generalversammlung erscheint ein Schweizer Fernseh-Team von 10 vor 10 und holt bei uns die Meinung zur 10. AHV-Revision ein.

Das Jahresthema «Die Stadt Zofingen ein mittelländisches Unternehmen» wird mit dem Besuch des Werkhofes, des Altersheimes und des Tierparks Heitern unterstrichen.
Im Oktober wird die erste Nummer des «Zofinger eSPresso» mit dem Thema «Die Zofinger Finanzpolitik» in alle Haushaltungen verteilt.
Der Stadtrat schliesst gegen die Schulpflege und gegen eine zustimmende SP-Motion die 8. Kindergartenabteilung.
Die Elternbeiträge an die Musikschule werden gegen den Widerstand der SP massiv erhöht.
Die Kinderkrippe kämpft ums Überleben. Mit einer von der SP unterstützten Motion wird eine Neufinanzierung verlangt.
Bei den National- und Ständeratswahlen wird die SP mit 20% Wähleranteil die wählerstärkste Partei in Zofingen. Die Zofingerin Susan Hedinger-Schumacher erreicht mit dem 6. Listenplatz ein sensationelles Resultat.
An der Generalversammlung werden neu überarbeitete Statuten genehmigt.

Das Jahresthema «Leben in Zofingen» führt uns zu den Institutionen Kinderkrippe – deren Finanzierung mit Hängen und Würgen im Einwohnerrat sichergestellt wird – und zur sozialtherapeutischen Lebensgemeinschaft an der Henzmannstrasse.
Die Kreditvorlage «Gestaltung von Gassen und Plätzen in der Altstadt Zofingen» wird von der SP und auch vom Einwohnerrat unterstützt. Ein bürgerliches Heckenschuss-Kommando unter Mithilfe des Zofinger Tagblattes bringt es fertig, die Altstadtvergangenheit zu retten und den Kredit abzulehnen.
An der Nomination zu den Grossratswahlen kommt es zum Eklat mit dem jungdynamischen Dieter Kräuchi, der von der Nominationsversammlung (als bisheriger ohne Leistungsausweis) nicht mehr nominiert wird. Das Zofinger Tagblatt (KBZ) probiert Kräuchi zum Märtyrer zu machen, was jedoch nicht gelingt. Die letzte Instanz, die Bezirksdelegiertenversammlung akzeptiert die Nichtnomination diskussionslos.

Das Wahljahr 1997 (Thema: Wählen und gewählt werden) beginnt mit den Grossratswahlen. Unsere Kandidatinnen Evi Bischoff, Kathrin Rosetti, Sabine Rauber und unser Kandidat Andy Giger schneiden gut ab. Evi Bischoff wird in den Grossen Rat gewählt. Die Gemeindewahlen verlaufen hervorragend. Die Stadträte Dilli Schaub und Lothar Brünisholz werden mit dem dritt- und viertbesten Resultat wiedergewählt. Dilli Schaub wird auch als Vizeammann problemlos bestätigt. In der Schulpflege erobert die SP einen Sitz zurück und ist neu mit Gaby Meier, Vreni Wüthrich, Roland Walther und Graziella Wirth vertreten. Die Einwohnerratswahlen bringen zwei Sitzgewinne für die SP auf neu 10 Mandate.
Zusammen mit LäZ und LDU wird die «Zofinger Velo-Initiative» eingereicht. Sie verlangt eine beschleunigte Realisierung des bald 15jährigen Radwegkonzeptes.
Die Kasse nähert sich nach den Wahlen dem Nullpunkt.

«Sozialdemokratische Grundwerte» sind das Thema das Jahres. Mit Helmut Hubacher, Urula Koch (aktuelle SPS-Präsidentin) und dem Aargauer Nationalrat Hans Zbinden finden in der Ochsen-Beiz Diskussionsabende zum Jahresthema statt.
Am 9. Mai organisiert die SP Zofingen den kantonalen Parteitag.
Ein Besuch der Institution «Pro Wiggertal» bringt die aktuelle wirtschaftliche Depressionsphase (fast 200´000 statistisch erfasste Arbeitslose) verstärkt ins Bewusstsein.
Der Einwohnerrat wird von Urs Schaufelberger (SP) präsidiert. Die SP-Fraktion gründet mit den LäZ-Vertreterinnen eine Fraktionsgemeinschaft uns ist somit mit 12 Stimmen im Einwohnerrat vertreten.
Im Herbst wird im 2. Wahlgang der ehemalige SP-Kantonalpräsident Kurt Wernli (inzwischen parteilos) gegen die offizielle Regierungsratskandidatin Ursula Padrutt in den Regierungsrat gewählt. (Wut herrscht!)
Nach 1934, 1937, 1941, 1951 und 1966 kommt auch in diesem Jahr die inzwischen zur Fusion mutierte Eingemeindung von Mühlethal in ein diskussionsreifes Stadium. Die Stimmvölker werden im Sommer 1999 einmal mehr über das hochzeitliche Ja-Wort befinden, die Verlobung auf Exekutiv-Ebene hat bereits stattgefunden.